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07.07.2013, 13:25 Uhr
Lauschangriff
Mein Wort der Woche
 Wer hört alles mit. Mehr als man glaubt. Wer liest schon die Geschäftsbedingungen, bevor man sich eine Rabattkarte im Supermarkt ausstellen lässt. Jeder Einkauf wird registriert. Freundeslisten in sozialen Netzwerken, Anfragen in Internetsuchmaschinen und die Bilder, die man bereitwillig auf virtuelle Speicher lädt: Alles wird durchleuchtet und zu einem Profil zusammengefügt. Die Werbeanzeigen am Rande jeder Seite, die man im Internet aufruft, geben Aufschluss über das, was man alles über sich preisgegeben hat.
 
Wie viel Einblick darf der Staat in das Leben seiner Bürgerinnen und Bürger haben. Diese Frage stellt man sich zu Recht angesichts der derzeitigen Debatte. Haben wir denn gar kein Privatleben mehr? Wo hört sachgerechte Überwachung auf und wo pervertiert ein Staat sein Bedürfnis nach Sicherheit? Zweifelsohne, die weltweiten Datenströme kennen keine Landesgrenzen. Deutschland ist ein Knotenpunkt im globalen Datenverkehr. Ein Versagen der Geheimdienste will sich angesichts drohender Terrorangriffe niemand vorwerfen lassen.
 
In Deutschland haben wir ein ambivalentes Verhältnis zum Einfluss des Staates auf die Gesellschaft. Einerseits regiert die öffentliche Hand bis in das Privatleben hinein, werden Kleinkinder in Krippen und Jugendliche in staatliche Obhut gegeben, andererseits herrscht große Skepsis gegenüber staatlicher Überwachung, selbst wenn diese der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger dient. Privatsphäre muss man sich selbst schaffen. Gegenüber dem Staat, aber auch gegenüber privaten Konzernen. Nutzen Sie die Ferien und seien Sie einmal privat. Ohne Handy und Computer, sondern mit Freunden und Familie.