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02.04.2012, 16:10 Uhr
Piraten
Mein Wort der Woche
Es ist sicherlich kein großes Container- oder Kreuzfahrtschiff welches die Piraten am vergangenen Sonntag geentert haben. Mit rund einer Million Einwohnern ist das Saarland eher ein kleinerer Dampfer im Hafen der bundesdeutschen Politik. Aber immerhin. Fast acht Prozent für eine Partei, die so Recht noch keiner ernst genommen hat. Die teilweise schräge Dinge fordert ...und die viele noch als Protestpartei, schnell wieder in einer Schublade der Geschichte verschwinden lassen möchten.

So einfach dürfen wir es uns aber nicht machen. Die Piratenpartei ist keine bloße Protestpartei der Verneiner und Unzufriedenen. Das neue orange im Farbspektrum der deutschen Parteienlandschaft kümmert sich um einen Aspekt, den wir bisher leider viel zu sehr vernachlässigt haben: Das Internet. Wie die Ökopolitik der ersten grünen Aktivisten in den 1980er Jahren ein Politikfeld, das auf uns zunächst befremdlich wirkt. Das machen sich die Freibeuter zu Eigen. Und sie sind schnell. Netzpolitik als Markenkern.

Wir wollen nicht wie die Piraten werden. Auf keinen Fall. Wichtiger ist die Frage, wer die Piraten gewählt hat und warum. Alleine die Anwesenheit der neuen Partei wird dazu führen, dass wir uns mit diesen Fragen auseinandersetzen. Wir werden schneller und transparenter werden müssen. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass eine schwarz-gelbe Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernkraft beschließt? Die Gesellschaft hat sich verändert. Der Dampfer „Bundesrepublik Deutschland“ fährt schon heute mit Biokraftstoff und Solarenergie. Bald werden Sie auch an Deck „sicher surfen“ können. Die Piraten setzen uns unter Druck. Aber den Bundestag entern - das lassen wir sie nicht.