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29.08.2013, 15:19 Uhr
Anstifter
Mein Wort der Woche
Alle in einen Sack. Jeder, der einmal einen handfesten Streit schlichten wollte, kennt die Frage: Wer war der Anstifter und hat angefangen? Übermütig ist meist der, der einen starken Freund an seiner Seite weiß. Jemanden, der im Zweifel draufhaut und den kleinen Bruder in Schutz nimmt. Oft gilt das Recht des Stärkeren. Wer sind die Guten und wer sind die Bösen? Ich weiß es auch nicht.

„Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Interessen.“ So hat es der frühere französische Präsident Charles de Gaulle auf den Punkt gebracht. In der Europäischen Union haben wir gemeinsame Interessen. Wirtschaftliche Interessen. Wir sind wirtschaftlich ein Riese, aber kein Weltpolizist. Das ist auch gut so.

Verträge sind einzuhalten. Gerade unsere Außenpolitik ist verankert in viele internationale Bündnisse. Aus wahltaktischen Gründen auszuscheren, kann sich schnell als Eigentor erweisen. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Der Bundestag entscheidet über die Einsätze, die deutsche Soldateninnen und Soldaten im Ausland durchführen. Bündnispartner unterstützen und schützen, das Elend in Krisenregionen durch humanitäre Einsätze mildern. Das können wir. Ob die Konflikte im Nahen Osten oder in Nordafrika durch militärisches Eingreifen gelöst werden können, ist mehr als fraglich. Hat dort überhaupt jemand eine Strategie? Solange weiterhin auch deutsche Waffen in diese Pulverfässer exportiert werden, brauchen wir uns nicht wundern, wenn sich diese später gegen uns selbst richten. So hart es auch klingen mag: Solange man nicht wirklich weiß, wer Täter ist und wer Opfer, sollte man sich besser raushalten.