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18.08.2013, 19:29 Uhr
Kontrolle
Mein Wort der Woche

Das müsste doch besser kontrolliert werden. Typisch deutsche Tugenden, wie Gründlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß werden für den Einzelnen zur Tortur, wenn es um Kontrolle geht. Im vorauseilenden Gehorsam setzen wir jede noch so weltfremde europäische Richtlinie mit größter Sorgfalt um. Meistens setzen wir oben noch einen drauf. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Tausende Staatsdiener sind damit beschäftigt die Breite von Spaltenböden in Mastställen oder die Anzahl von Feldhamstern und Fledermäusen zu kontrollieren.

Manche Geschwindigkeitskontrollen im Straßenverkehr lassen auch mich daran zweifeln, ob man hier an die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer oder doch eher an zusätzliche Einnahmequellen für die öffentlichen Haushalte denkt. Wir kontrollieren, um zu kontrollieren. Wie werden europäische Richtlinien eigentlich in unseren Nachbarländern umgesetzt? Sind wir Vorbild oder Lachnummer?

Sobald über vermeintliche Skandale in den Medien zu lesen ist, antworten wir meist mit verstärkten Kontrollen. Für einzelne schwarze Schafe, werden ganze Branchen gleich in Sippenhaft genommen. Wir brauchen mehr soziale Kontrolle in unserem Land. Funktionierende Nachbarschaften und Mitarbeiter, die hinsehen, wenn etwas nicht passt und Hilfe anbieten. Kontrolle ist gut, aber ganz ohne Vertrauen geht es auch nicht.